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Nachrichtenticker Krasnodar
  • Bis 2018 soll eine Brücke die Krasnodar-Region mit der Krim verbinden
  • Kosten rund 3,5 Mrd. Euro - Länge 19 Kilometer
  • Krasnodarer Gouverneur Alexander Tkatschow neuer russischer Landwirtschaftsminister
  • Wenjamin Kondratiev nun amtierender Gouverneur der Kubanregion

 

 

BERICHTE 2005

Jährlicher Austausch mit Krasnodar

Ежегодный обмен с Краснодаром

www.kantgymnasium.de

Der Schüleraustausch zwischen dem Kant-Gymnasium in Karlsruhe und der Schule Nr. 47 aus unserer russischen Partnerstadt Krasnodar am Nordkaukasus wird nun schon seit dem Schuljahr 2004/2005 von den Russischlehrerinnen Antje Bachmann und Nicola Oßwald organisiert. Im Juni 2005 machte das Kant-Gymnasium den Antrittsbesuch bei der Partnerschule in Russland, der Gegenbesuch erfolgte im Oktober desselben Jahres in Karlsruhe. Seitdem findet jährlich ein Russlandaustausch statt.

"Guten Morgen" unsere Partner!

«Доброе утро», наши партнеры!

 

www.gorodki.de (Übernommener Originaltext)

Krasnodar hat viele Partnerstädte. Eine davon ist Karlsruhe. Anfang der Woche ist die nächste Delegation mit offiziellem Besuch in der Kosakenstadt eingetroffen. 13 Leute, unter denen Anführer der Scoutbewegung, Sozialpädagogen, Gewerkschaftsfunktionäre, Psychologen und Sportfunktionäre, werden sich in der Kuban-Hauptstadt eine Woche aufhalten. Leitung der deutschen Delegation - Hans Dieter Herbst und Leiter des Jugendausschusses von Karlsruhe Klaus Pistorius

In der Verwaltung von Krasnodar wurden die Boten der Partnerstadt von nicht weniger repräsentativer Delegation empfangen: Stellvertretende Chefin der Kommunalbildung der Stadt Krasnodar Galina Kaljagina, Stellvertretender Chef der Berufsausbildung Natalja Dudij, Vorsitzender des Jugendausschusses Pawel Sokolenko, Chef für Kulturarbeit Tamara Prichodko, Vorsitzender des Sportkomitees Arkadij Rasgoworow.

Die lebhafte Unterhaltung hat Galina Michailowna mit Ihrem nicht schlechten Deutsch begonnen. "Guten Morgen, Liebe Freunde", sprach sie fast akzentlos die Gäste an. "Von Jahr zu Jahr werden zwischen unseren Städten sowohl politische als auch wirtschaftliche und kulturelle Beziehungen entwickelt und gefestigt. Die jetzige Begegnung ist ein weiterer Beweis dafür".

Die Treffteilnehmer gedachten der gefallenen und verwundeten Kinder und deren Eltern während des Terroraktes in der Schule von Beslan und brachten Solidarität im Kampf gegen die bestialen Unmenschen zum Ausdruck.

Danach berichtete Galina Michailowna kurz den Delegierten aus Karlsruhe über Krasnodar. Viel gab´s nicht zu erzählen, weil die Gäste schon vieles selber gesehen haben. Krasnodar wird immer schöner, wird ausgebaut und erhält die Gestalt einer modernen Großstadt. Überall sind Neubauten zu sehen. Und als Exotik für die Gäste aus dem Westen - Kosakenkolorit. Bald, bemerkte G. Kaljagina, findet gerade in unserer Stadt der Weltkongress der Kosaken statt.

Aber von bestimmter Statistik hatten die deutschen wohl keine Ahnung. Obwohl nach offiziellen Angaben die Stadt etwa 740 Tausend Einwohner zählt, erhöht sich die Zahl in der Sommerzeit auf über 1. Million. Und das alles dank der Anziehungskraft der Hauptstadt von Kubanj. Wirtschaft, Wissenschaft, Sport, Landwirtschaft. Alles hat sich verflochten und ein besonders vielseitiges Bild gestaltet. Apropos wussten die Deutschen nicht, dass in Krasnodar 13 Olympiasieger leben und dass gerade hier der erfolgreiche Betrieb ist, der Sonnenbatterien für Raumschiffe herstellt.

Seinerseits bedankte sich der Vorsitzende des Stadtjugendausschusses von Karlsruhe Christian Klinger bei dem Gastgeber für den warmen Empfang und berichtete, dass im Jugendstadtrat dieser deutschen Stadt 160 Mitarbeiter tätig sind. Als Auskunft, die Stadt Karlsruhe zählt 300 000 Einwohner. Wir sind der Meinung, erklärte Herr Klinger, dass je mehr Fachleute sich mit der gesellschaftlich nützlichen Tätigkeit beschäftigen, desto besser kann man die angehäuften Probleme lösen.

Viele Mitarbeiter des Stadtjugendausschusses Karlsruhe sind sozusagen ehrenamtlich tätig. So z.B. Mitglied der deutschen Delegation Uta van Hoffs ist in den o.g. Strukturen nicht aus berechnenden Gründen tätig. Dabei hat sie alle Hände voll zu tun: sie vertritt die Jugendgewerkschaft, die aus 8 Sektionen besteht, hilft den Jugendlichen bei der Aneignung der ersten Berufsfertigkeiten usw.

Ein anderes Mitglied der Delegation Michael Obreiter ist Ehrenmitglied im Vorstand des Jugendausschusses Karlsruhe und betreut die Sportarbeit. Sein Hauptberuf ist dabei Sportrichter und er ist an vielen großen Turnieren in Leichtathletik beteiligt.

Ich war nicht wenig verwundert, als während der Gespräche sozusagen am runden Tisch einige Deutsche die beste russische Sprache gesprochen haben. Es stellte sich heraus, dass zwei von ihnen in Russland geboren waren. Sozialpädagogen Rosa Herdt und Edwin Feser helfen den jungen Landsleuten bei der Integration in Deutschland. Edwin Fesers Heimatstadt ist Tscheljabinsk, aus der er nach Karlsruhe ausgewandert ist. Im Alter von 50 absolvierte er die Universität in Deutschland. Jetzt arbeitet er mit jugendlichen Spätaussiedlern, deren Zahl in Karlsruhe etwa 2000 ist. Es fällt ihnen schwer, sich in die deutsche Gesellschaft zu integrieren. Es sind zwei Probleme - schlechte Deutschsprachkenntnisse und die im Bewusstsein tiefsitzende "russische Mentalität". Daher die Schwierigkeit, einen guten Job zu finden. Der Wirrwarr im Alltag schließt dann auch den Weg zur Drogenabhängigkeit nicht aus.

Fachmann aus dem Rauschgiftdezernat ist der Sozialpädagoge Dieter Moser. Mit Krasnodar verbindet ihn - man könnte sagen - Schicksal. Vor genau 25 Jahren hatte er zusammen mit seinen Kollegen aus Deutschland zum erstenmal die Hauptstadt von Kubanj besucht. Der Besuch war so erfolgreich, dass Karlsruhe nach bestimmter Zeit zur Partnerstadt wurde.

Und noch ein krasser Strich in der Begegnung. Die Eltern des Vorsitzenden des Stadtjugendausschuss Karlsruhe - Christian Klinger - sind in Moldawien geboren. Darum lockt ihn stets die Romantik des Schwarzes Meers. Ihn interessiert die Geschichte der russisch-deutschen Beziehungen, besonders in der Zeit der zweiten Weltkrieges. Und er ist sehr froh, dass schon im Laufe eines Vierteljahrhunderts die Freundschaft zwischen den Partnerstädten Krasnodar und Karlsruhe gefestigt wird.

Auch im Auftreten von Jan Sobischak kam historische Reminiszenz zum Ausdruck. Als er sich als Mitglied des deutschen sozialistischen Jugend-Verbandes vorstellte, erinnerte ich mich sofort an Marx und Engels mit ihrer Politökonomie. Der Verband, zu dem Herr Sobischak gehört, wird in diesem Jahr 100 Jahre alt. Und sein Kollege Volker Tropf vertritt die katholische Jugend. Die Verschiedenheit der politischen Ansichten stört sie nicht, Mitglieder einer Delegation zu sein und zusammen an einem Projekt zu arbeiten, das gegen den Rassismus gerichtet ist.

Und selbst der Stadtjugendausschuss Karlsruhe wurde schon 1951 gegründet mit dem Ziel, nie mehr die Wiedergeburt der nazistischen Ideologie zuzulassen und der Jugend die Prinzipien des Humanismus und der Demokratie beizubringen. Später hat die Karlsruher Stadtverwaltung die Patenschaft über den Stadtjugendausschuss übernommen, es wurden über 30 Jugendhäuser gegründet, wo die Jugendlichen zusammenkommen und auf der Grundlage der guten Taten vereint sind. Sport, Kultur, Christentum - das sind nur einige Hauptrichtungen, die bei den hiesigen jugendlichen Funktionären in Frage kommen.

Es war für mich überraschend, dass die Deutschen sehr gern das uralte russische Spiel "Gorodki" haben. Das Spiel ist in Karlsruhe so populär wie Kegelbahn oder Scateboard. Es wird sowohl während der Jugendfestspiele im Karlsruher Stadtpark gespielt, wo sich Tausende Menschen versammeln, als auch auf den Jugendsportplätzen. Die Deutschen kennen gut solche Meister in Gorodki wie "Herr Nikitin aus Lasarewskaja" und Vater und Sohn Duchanin - sie alle sind in Kubanj zu Hause. Das nennt man wirklich "Sehr gut"!

Als das Wort Tamara Prichodko ergriffen hat, (Beamtin wurde sie jetzt, sonst Schauspielerin, verdiente Schauspielerin Russlands) gestand sie, dass ihre Lieblingsrollen Gretchen in "Faust" und Mutter Courage im Schauspiel von Brecht sind. Und noch hat sie in Erinnerung das Konzert im Karlsruher Schloss, in dem sich das Dampflokomotive-Museum befindet. Dort sang sie kubaner Lieder und das verzauberte Publikum, wollte sie nicht von der Bühne lassen.

Natalja Dudij war weniger emotional: "Unsere Städte haben ein gemeinsames Problem - und zwar die Anpassung der Kinder an das sozial-politische Leben. Ich bin froh, dass uns ähnliche Aufgaben vereinigen, weil Kinder die Grundlage jeder entwickelten Nation sind - ihre Zukunft".

Die Gäste aus Deutschland haben der Partnerstadt eine Platte aus Keramik geschenkt, auf der die Aussicht des unikalen Kultur- und Medial-Zentrum von Karlsruhe dargestellt ist. Die Unterschrift ist das neue Motto ihrer Stadt: "Viel vor, viel dahinter."

Ivan Karasjow. Für das Wochenblatt "Krasnodar" Nr.38(385)

 

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