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Nachrichtenticker Krasnodar
  • Bis 2018 soll eine Brücke die Krasnodar-Region mit der Krim verbinden
  • Kosten rund 3,5 Mrd. Euro - Länge 19 Kilometer
  • Krasnodarer Gouverneur Alexander Tkatschow neuer russischer Landwirtschaftsminister
  • Wenjamin Kondratiev nun amtierender Gouverneur der Kubanregion

 

 

LAND DER KOSAKEN

 

 

 

Die ersten Europäer, die den Boden der Kubanregion betraten, gingen vor über 200 Jahren an den Ufern des Kubanflusses an Land: Kosaken aus der Ukraine. Zurückerorbert von den Türken durch die große russische Zarin Katharina II., einer Deutschen, waren diese Ländereien unbesiedelt geblieben. Auf Befehl der Zarin wurden sie von Kosaken besiedelt, freien, stolzen Menschen, die aus Russland und Polen in die Wildnis des Südens flüchteten.

„Kosak“ bedeutet in der Übersetzung aus dem Türkischen „frei“. Im ständigen Kampf mit den islamischen Völkern behaupteten die Kosaken ihr Recht auf Existenz. Sie übernahmen vieles von ihren unfriedlichen Nachbarn, aber bewahrten ihren orthodoxen Glauben und die russische Sprache. Sie befestigten das Land, das sie von der Zarin geschenkt bekommen hatten, und begannen eine Expansion bis tief in den Kaukasus hinein. Folge der Eroberungen war die Ausrottung ganzer Bergvölker. Die russischen Zaren bändigten die unruhige Kosakenschaft, indem sie ihnen zahlreiche Privilegien gestatteten. Die Kubankosaken nahmen an allen Kriegen teil, die Russland mit seinen Feinden führte. Den letzten russischen Herrscher Nikolaj II. bewachten Kubankosaken. Nikolaj II. selbst und sein Sohn Alexej zeigten sich dem Volk in der Uniform der Kubankosaken: mit einer wolligen Pelzmütze und langen „Tscherkesski“ mit auf der Brust aufgenähten Patronentaschen.

Danach, als in Russland die Kommunisten an die Macht kamen, zog die überwältigende Mehrheit der Kosaken mit den neuen Machthabern derart in den Kampf, als ob der Teufel persönlich der heiligen Rus erschienen wäre. Während des Bürgerkrieges schlugen sich Kosakeneinheiten bis an den Stadtrand von Moskau durch. Doch das Schicksal war gegen sie: die Kosaken erlitten eine vernichtende Niederlage, und was sie hatten, wurde zerstört: Sie durften keine Kosakenuniform mehr tragen, keine Kosakenlieder mehr singen, ja nicht einmal mehr das Wort „Kosak“ aussprechen. Kosaken wurden erschossen oder zusammen mit ihren Familien in die arktische Tundra verbannt, wo sie vor Hunger und Kälte starben. Zu Beginn des zweiten Weltkrieges schickte Stalin Kosakeneinheiten an die Front, die für ihn aus den Resten der Kosakenschaft zusammengestellt worden waren. Schließlich emigrierten viele Kosaken in den Westen, und in Russland wurde nach dem Krieg das Kosakentum erneut verboten.

Die Wiedergeburt des Kosakentums begann in der Kubanregion in den 90-er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Trotz Völkermord und Repressionen hatten die Kosaken unter den Bedingungen der Sowjetära überleben können. Seit den 90-er Jahren zogen die Kosaken wieder ihre eindrucksvolle Nationaltracht an, sangen ihre Lieder und begannen, bewaffnete Truppen aufzustellen. Die Kosaken der Gegenwart nahmen an den Kriegen am Dnjestr, in Georgien, Jugoslawien und Tschetschenien teil.

Heute werden in der russischen Armee spezielle Kosakenabteilungen eingerichtet, die besondere Aufgaben übernehmen. Die Kosaken unterstützen die Miliz in ihrem Kampf mit Verbrechern und der Drogenkriminalität. Die regionalen und lokalen staatlichen Stellen bemühen sich, mit den Kosaken zusammenzuwirken und ihre reichhaltige kultur zu entwickeln. Weltweit bekannt ist der Chor der Kubankosaken. Bei der allrussischen Volkszählung Anfang Oktober 2002 konnten diejenigen Staatsbürger, die sich zu den Kosaken zählen, dies Zugehörigkeit in der Rubrik „Nationalität“ kennzeichnen. So vollzog sich in der Kubanregion die Wiedergeburt eines Volkes, das trotz einer strengen Repressionspolitik überleben konnte.

Sergej Perov

 

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