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Nachrichtenticker Krasnodar
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  • Kosten rund 3,5 Mrd. Euro - Länge 19 Kilometer
  • Krasnodarer Gouverneur Alexander Tkatschow neuer russischer Landwirtschaftsminister
  • Wenjamin Kondratiev nun amtierender Gouverneur der Kubanregion

 

 

FREUNDE SEIT 1979

 

 

Im Oktober 2007 paraphierten im Bürgersaal des Karlsruher Rathauses die Oberbürgermeister von Karlsruhe, Heinz Fenrich, und von Krasnodar, Wladimir Jewlanow, aus Anlass des 15-jährigen Städtepartnerschaftsjubiläums feierlich ein neues Vertragswerk zur Fortsetzung und Intensivierung der Städtebeziehungen. Der Krasnodarer Oberbürgermeister war nicht allein gekommen - es begleitete ihn eine 60 Personen starke Delegation, darunter mehrere seiner Stellvertreter und zahlreiche Unternehmensrepräsentanten, die an einem Wirtschaftsforum beider Städte teilnahmen und eine umfassende Krasnodarer Ausstellung auf der Verbrauchermesse „offerta" unterstützten. Wenige Wochen zuvor hatten sich die Stadtoberhäupter bereits in Krasnodar getroffen, wo das Jubiläum mit zahlreichen Kulturveranstaltungen begangen worden war, an denen neben den Vertretern der Verwaltung und der Krasnodarer Öffentlichkeit über 100 Bürgerinnen und Bürger der Stadt Karlsruhe teilnahmen.

Die Festlichkeiten markieren einen vorläufigen Höhepunkt einer Städtepartnerschaft, die eine lange Vorgeschichte hat und die sich stetig weiter entwickelt. Als es 1992 zur Unterzeichnung des ersten Freundschaftsvertrages zwischen den Oberbürgermeistern Prof. Dr. Gerhard Seiler und Valerij Samojlenko, beide heute Ehrenbürger ihrer Städte, kam, hatte die Jugend beider Seiten bereits jahrelange vertrauensvolle Kontakte entwickelt und den fruchtbaren Boden für eine „Städtepartnerschaft von unten" bereitet.

Schon 1979 konnte der Stadtjugendausschuss Karlsruhe, Träger der kommunalen Jugend- und Jugendverbandsarbeit, an einem 14-Städte-Programm der Bundesregierung teilnehmen. Der Jugendaustausch mit der Sowjetunion gestattete es, jeweils 30 Personen aus Jugendverbänden für 10 Tage ins andere Land zu senden. Die erste Gastgruppe des Stadtjugendausschusses im April 1979 kam - zufällig - aus Krasnodar, und im September 1980 besuchten die ersten jungen Karlsruher die Hauptstadt der Kubanregion. Eine Städtepartnerschaft lag noch fern, auch wenn die Badischen Neusten Nachrichten schon 1981 in einem Bericht über den Jugendaustausch diese Frage erstmals aufwarfen - zu groß waren in Westdeutschland die Vorurteile gegenüber der unbekannten Sowjetunion. Die Jugendverbände intensivierten die Kontakte. Der Stadtjugendausschuss setzte sie in eigener finanzieller Regie fort, 1985 beteiligte sich auch die Badische Sportjugend Karlsruhe, 1986 das Sinfonieorchester der Universität, 1988 das Kabarett „Herr Bär" und das Theater des Stadtjugendauschusses, „Die Spur". Organisiert wurden die Austauschmaßnahmen zumeist von Jan-Dirk Rausch, der Sportjugend und Stadtjugendausschuss angehörte und nicht nur dort stets aufgeschlossene Gleichgesinnte fand - sondern bald auch in der Kommunalpolitik.

Die Namen der damaligen - und teilweise noch heutigen - Stadträte Lüppo Cramer, Frithjof Kessel, Harald Denecken, Dr. Heinrich Maul, Marianne Krug, August Vogel, Dr. Rolf Funck und Monika Knoche stehen für die parteiübergreifende Idee, die Städtekontakte in Vertragsform zu gießen. Auf Krasnodarer Seite wurde die erste Vertragsunterzeichnung von Stadtverordnetenvorsteher Sergej Batura und Auslandsreferent Boris Staroselskij vorbereitet. Eine bedeutende Rolle spielte auch das Krasnodarer Reisebüro „Sputnik" mit seinem Chef Wladimir Pogrebnoj, das sich bis heute als zuverlässiger Partner bei der Gestaltung von Delegationsprogrammen erweist.

In der Zwischenzeit hatte sich - gegründet von Jan-Dirk Rausch, Paul Vogt, Christa Köhler, Hans-Dieter Herbst und anderen - die „Städtepartnerschaftsinitiative" eine Rechtspersönlichkeit als „Freundschaftsgesellschaft Karlsruhe-Krasnodar e.V." gegeben. Die Gemeinnützigkeit lässt bis heute die Durchführung von Hilfstransporten zu, mit denen dank des unermüdlichen Einsatzes von Christa Köhler Klinken, Waisenhäuser und andere bedürftige Einrichtungen in der Partnerstadt versorgt werden, und selbstverständlich auch weitere Aktivitäten in der Betreuung von Gästen und der Vertiefung von Begegnungen.

Seit die 1997 auch begrifflich als „Partnerschaft" bezeichnete Freundschaft der Städte „offiziell" ist, haben die Aktivitäten beträchtlich zugenommen - in einem Maß, dass es praktisch unmöglich ist, über alles einen Überblick zu behalten.

Die Karlsruher Walter-Eucken-Schule und die Krasnodarer Schule Nr. 25 begründeten die erste Schulpartnerschaft, der weitere gefolgt sind. Die Fakultät für Romanistik und Germanistik der Kuban-Universität unterhält Kontakte zur Pädagogischen Hochschule Karlsruhe, und die Südrussische Hochschule für Management pflegt eine rege Partnerschaft mit der Karlsruher Berufsakademie. Der Stadtjugendausschuss Karlsruhe setzt mit Praktika und Workshops mit Jugendgruppenleitern neue Akzente. Die Stadtverwaltung selbst lädt Ferienpraktikanten ein und pflegt einen intensiven Austausch auf Arbeitsebene, insbesondere bei den kommunalen Betrieben. Mit einem Preis ausgezeichnet wurde die Initiative zur Qualifizierung von Krasnodarer Bauhandwerkern.

Kulturensembles aus Krasnodar, darunter die Gruppen „Duchowny sintez", „Krinitsa", „Premiera" und „Jablotschko" bereiteten dem Karlsruher Publikum mit ihrem südlichen Temperament immer wieder Freude. Als ganz besonders herausragend in Erinnerung sind die Gastspiele des weltbekannten Kuban-Kosakenchores und des berühmten Orchesters „Virtuosi Kubani". Ausstellungen wie etwa die wechselseitige Fotoausstellung „Krasnodar heute" - „Karlsruhe heute" und regelmäßig veranstaltete Bürgerreisen sowie zahlreiche Privatbesuche, bei denen vor allem die Krasnodarer Bürger, die vor der Erteilung eines Visums persönlich im rund 1400 Kilometer entfernten Moskau vorsprechen müssen, große Strapazen auf sich nehmen müssen, bringen die Bürgerinnen und Bürger beider Städte einander näher.

Die Städtepartnerschaft scheint unumkehrbar geworden zu sein und ist doch noch nicht am Ende ihrer Fähigkeiten angelangt. Je breiter die Basis, desto besser. Von der Friedenspolitik über die humanitäre Unterstützung hin zu prosperierenden sozialen und wirtschaftlichen Kontakten: Eine gut gestaltete Städtepartnerschaft sucht in jeder Zeit nach Antworten auf gesellschaftliche Fragen der Gegenwart und Zukunft. Von Mensch zu Mensch. Vorurteilsfrei, solidarisch und gemeinsam.

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